Über den Wipfeln

Zapfenpflücker erntet im Forstbetrieb Rothenbuch genetisch wertvolles Saatgut

Rothenbuch 13. Februar 2017 – Im Forstbetrieb Rothenbuch ist zurzeit ein Zapfenpflücker unterwegs. Herr Sennert hat die schwindelerregende Aufgabe, Lärchenzapfen zu pflücken. Diese werden von Baumschulen verwendet, um junge Forstpflanzen zu züchten.  

Vielleicht wird sich der ein oder andre Spaziergänger in diesen Tagen wundern, wenn er es über sich in den Ästen rascheln hört, hoch schaut und kein Eichhörnchen sondern einen Menschen entdeckt. Zurzeit ist nämlich Herr Sennert in den Baumwipfeln unterwegs und sammelt Lärchenzapfen. Mit dabei ist seine Frau, die ihm bei den Arbeiten hilft.  

Die Lärche ist eine mitteleuropäische Baumart, die eigentlich aus den Zentralalpen stammt. Sie wächst aber schon seit hunderten Jahren im Spessart und das ausgesprochen gut und wertvoll. Um Saatgut zu gewinnen, braucht man sogenannte „Baumsteiger“, die in den 30-40 m hohen Baumkronen Zapfen pflücken. Die Zapfen werden verwendet, um in Baumschulen neue Pflänzchen anzubauen. Nach zwei bis drei Jahren Baumschule, werden die Pflanzen wieder in den Wald gebracht und dort eingepflanzt.  

Herr Sennert erzählt: „Viele Leute wissen gar nicht, dass der Wald heute so aussieht wie er ist, weil er seit vielen hundert Jahren gepflegt wurde. Dazu gehört auch, dass nach dem Ernten wieder neue Bäume gepflanzt werden.“ Seit Anfang der 1990er Jahre ist der Zapfenpflücker selbständig, auf den Bäumen ist er aber schon länger unterwegs.   Dieses Jahr hängen pro Lärche etwa 15-20 kg Samen in der Krone. Aus dieser Menge Samen können im Schnitt um die 20.000 Sämlinge gewonnen werden. Die gekeimten Jungpflanzen werden für zirka 85.000 m² Wald reichen. Wenn die Lärchenpflänzchen aus dem Spessart mal groß sind, ist ihr Holz weltweit gefragt: So wurde z.B. schon ein Luxushotel in Dubai mit Spessart-Lärchenfurnier ausgestattet. Das wertvolle Holz aus dem Spessart wird jedes Jahr meistbietend auf der Versteigerung verkauft.

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