Bayerische Staatsforsten pflegen die Forstwege: Wichtig für Bewirtschaftung und Erholung

Der Grabenbagger im Einsatz im Staatswaldgebiet des Forstbetriebs Nordhalben der Bayerischen Staatsforsten (Foto: BaySF).

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24. April 2020, Nordhalben - Wer seinen Spaziergang mit der Familie oder seine Mountain-Bike Tour derzeit in den Staatswäldern um Nordhalben macht, trifft vielleicht auf ein ungewöhnliches Gerät. Ein grüner Bagger der Bayerischen Staatsforsten mit einem speziellen Löffel bearbeitet die bergseitigen Gräben an den Forstwegen. Diese Wege im Wald sind Voraussetzung für eine naturnahe Bewirtschaftung und sie dienen Erholungssuchenden als Wanderweg oder Fahrradstrecke.

Die Buchen zeigen ihr erstes zartgrünes Laub, die Sonne scheint nahezu ununterbrochen vom Himmel und im Wald bei Nordhalben fährt ein dunkelgrüner Bagger mit einer sonderbaren Schaufel. Harald Köhler, der Fahrer dieser Spezialmaschine, steuert mit viel Fingerspitzgefühl das große Gerät und bearbeitet damit die bergseitigen Gräben an den Forstwegen. Der Grabenbagger ist eine von vielen Spezialmaschinen des Bereichs Forsttechnik der Bayerischen Staatsforsten, der in der Oberpfalz seinen Sitz hat. Langsam rollt der Bagger nach vorne und seine Grabenschaufel wird Meter um Meter gefüllt mit Steinen und Erde, die in den vergangenen Jahren durch Frost, Wind und Regen vom angrenzenden Hang in den Wegegraben gerollt sind. Vorsichtig wird das Material an einer geeigneten Stelle außerhalb des Grabens wieder abgelegt.

„Jetzt, wo es so trocken ist in unseren Wäldern, ist der richtige Zeitpunkt für diese Wegepflege“ betont Revierleiter Christof Mörtlbauer. „Die Gräben führen kein Wasser, sondern sind staubtrocken. Sollte irgendwo doch noch etwas Wasser im Graben stehen wird dieser Bereich nicht bearbeitet. Deshalb gibt es keine Gefahr für Amphibien wie z.B. den Feuersalamander oder die Erdkröte. Die können unsere Gräben aber gerne nutzen, wenn es wieder geregnet hat und sie hier vorübergehend Unterschlupf finden“.   „Wir bearbeiten unsere Gräben nur abschnittsweise und kommen erst in mehreren Jahren wieder an die selbe Stelle“ ergänzt Revierleiter Mörtlbauer.

Die Forstwege ermöglichen den Waldarbeitern und Förstern an ihren Arbeitsort zu kommen. Auf ihnen wird der nachwachsende Rohstoff Holz mit Lkw zu den regionalen Sägewerken transportiert und die Brennholzselbstwerber fahren ihren Vorrat für den Kachelofen auf diesen Wegen nach Hause. Und nicht nur in Corona-Zeiten erholen sich die Menschen im Wald beim Wandern oder Fahrradfahren auf diesen Wegen.

„Die Unterhaltungsarbeiten an unseren Forstwegen sind notwendig, damit bei stärkeren Regenfällen die Wege nicht in Mitleidenschaft gezogen und durch den Wasserabfluss unbrauchbar gemacht werden. Über funktionierende Gräben wird das oberflächlich ablaufende Regenwasser unschädlich in Waldbestände unterhalb der Forstwege abgeleitet, wo es in aller Ruhe versickern kann“ betont Forstbetriebsleiter Fritz Maier. Außerdem legt der Bagger an geeigneten Stellen bei den Durchlässen kleine Wasserrückhaltebecken an, indem er zwei bis drei Schaufeln Erde zusätzlich entnimmt. Hier kann bei Regen das Wasser lange stehen bleiben, langsam versickern und so als periodischer Lebensraum für Amphibien dienen.

„Für die Grabenpflege ist die Trockenheit ideal. Wir wünschen uns aber Regen, Regen und nochmal Regen für unseren Frankenwald, wenn wir in wenigen Tagen fertig sind mit dieser Arbeit“ so Betriebsleiter Fritz Maier.  

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