Artenschutz durch Spezialisten

Mit einer speziellen Kletterausrüstung klettert der Forstwirt der Bayerischen Staatsforsten, Joachim Maryniak bis in die Baumkronen (Foto: BaySF).

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In den Baumkronen angekommen werden Totäste Stück für Stück entfernt: eine gelungene Aktion für den Naturschutz und die Verkehrssicherung (Foto: BaySF).

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Bayerische Staatsforsten sichern Lebensraum für Spechte

Nordhalben, 01. April 2021 – Eine außergewöhnliche Naturschutzaktion konnten manche Autofahrer in der Woche vor Ostern an der Staatsstraße 2198 zwischen Nordhalben und Geroldsgrün beobachten. Ein Spezialist der Bayerischen Staatsforsten kletterte auf mehrere Bäume entlang der Straße und entfernte mit Motorsäge die absterbenden Baumkronen bis auf einen Stumpf. Damit konnten die Höhlen in den Baumstämmen als Lebensraum für Spechte erhalten und die Verkehrssicherheit trotzdem hergestellt werden.

An der Staatsstraße 2198 zwischen Nordhalben und Geroldsgrün stehen Ampeln und ein Fahrzeug mit Blinklicht der Straßenmeisterei Kronach. Immer wieder werden die Autofahrer von den Straßenmeistern Marco Förtsch und Wolfgang Lang angehalten, bis die Straße wieder sicher befahren werden kann.

Die wartenden Autofahrer können aus der Entfernung eine außergewöhnliche Naturschutzaktion miterleben. Forstwirt Joachim Maryniak aus Issigau steigt mit einer speziellen Baum-Kletterausrüstung auf mehrere Bäume. An seinem Gürtel hängt eine leichte Motorsäge. Meter für Meter klettert er gesichert durch Steigeisen an den Füßen und Haltegurte um den Baum bis in die Baumkronen in 15 – 20 m Höhe. Seinen Ruf „Autos Stopp“ geben die Kollegen Udo Hohberger und Siegfried Hagen per Funkgerät an die beiden Straßenmeister weiter, die ihre Ampeln auf Rot schalten. Jetzt kann die Motorsäge gestartet werden. Ast für Ast wird die Baumkrone von oben nach unten eingekürzt. Am Ende bleibt ein 6 – 10 m hoher Baumstumpf, in dem sich die Spechthöhlen befinden.

Revierleiter Christof Mörtlbauer hatte bei seinem jährlichen Begang entlang der Staatsstraße festgestellt, dass einzelne Bäume Schäden aufweisen und aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden müssen. Mit geschultem Auge hat er dabei entdeckt, dass Buntspecht und Grauspecht in einzelnen Laubbäumen Höhlen angelegt hatten, die Ihnen zur Aufzucht der Jungen dienen sollen. Nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde stand der Entschluss der Bayerischen Staatsforsten fest. Diese Bäume werden nicht gefällt, sondern nur soweit eingekürzt, dass ihre dürre Baumkrone keine Gefahr für die Benutzung der Straße darstellt.

„Ich bin zufrieden, dass wir in einer gemeinsamen, aufwändigen Aktion die Lebensräume der Spechte im Staatswald erhalten und die Sicherheit der Straßennutzer herstellen konnten. Das war eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen den Bayerischen Staatsforsten, der Naturschutzbehörde und dem Staatlichen Bauamt Bamberg, Außenstelle Kronach“, ist das Fazit von Forstbetriebsleiter Fritz Maier nach Abschluss der Aktion. „Mein Dank gilt allen Beteiligten für Ihre gute Arbeit. Sie haben sehr fachmännisch den Schutz der Natur und die Verkehrssicherheit für die Bürger unter einen Hut gebracht“. 

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