Schieferbergwerk Lotharheil

Das heute einzige Schieferbergwerk Süddeutschlands kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

Seit 1857, als Lothar Freiherr von Faber das Abbaurecht erwarb, wird Untertage das bis zu 20 Meter mächtige "Dürrenwaider Dachschieferlager" angefahren. Lotharheil ist damit zugleich Keimzelle des bis heute in Geroldsgrün ansässigen Weltunternehmens "Faber-Castell", denn vor Beginn der Bleistift- und Buntstiftära stellte man dort vorwiegend Schreibtafeln und Griffel her.

Da sich der sehr verwitterungsbeständige Lotharheiler Dachschiefer als zu hart für die Produktion von Schiefertafeln erwies, betreibt seit 1904 die Familie Teichmann in zwischenzeitlich vierter Generation die Gewinnung von Dachschiefern. Zahlreiche schiefergedeckte Gebäude im Umland von Geroldsgrün zeugen bis heute von dieser Verwendung des landschaftstypischen Baumaterials, das seine volle dekorative Eigenart erst nach Jahrzehnten durch leichte oberflächliche Anwitterung erreicht. Auch diese Nutzung tritt jedoch seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zunehmend in den Hintergrund, da die Untertage-Förderung mit hohen Kosten verbunden ist und Dachschiefer von annähernd gleicher Qualität aus Spanien und England deutlich günstiger vertrieben werden können.

Die Domäne des Lotharheiler Schiefers liegt heute beim Garten- und Landschaftsbau und der Gestaltung von Innenräumen. Mustergültige Beispiele hierfür sind die Ausgestaltung der Therme in Bad Steben, der dekorative Schiefertisch an der Schieferhalde am Dürrenwaider Hammer und nicht zuletzt der im Rahmen der Geopfad-Erstellung neu gestaltete Dorfplatz in Geroldsgrün.

Erstaunlich ist darüber hinaus die Vielzahl der weiteren Verwendungsmöglichkeiten des edel matt glänzenden, schwarzblauen Materials. Hierzu zählt eine breite Palette von Haushalts- und Geschenkartikeln, die im Schieferladen bestaunt und erworben werden können.